Doch wie schafft man es, kreativ zu werden?
Kann man das lernen?
Ja! Auch Kreativität ist bis zu einem gewissen Grad Übung und »Gewusst wie«.
Beginnen Sie mit drei Dingen:
Trainieren Sie die Gehirnbereiche, die für die Kreativität zuständig sind.
Sensibilisieren Sie sich für die Mehrdeutigkeit unserer Sprache.
Formulieren Sie »schön« und erweitern Sie Ihren aktiven Wortschatz.
So und wie kriegen Sie das jetzt im Einzelnen hin?
1. Kreativität trainieren:
Bilden Sie Assoziationen!
Suchen Sie jetzt sofort 10 Eigenschaftswörter, die mit »a« anfangen.
Ist Ihnen aufgefallen, dass »anfangen« auch schon zu der Kategorie gehört?
In losen Abständen finden Sie auf der Webseite kleine Kreativübungen, die Ihnen dabei helfen, zu trainieren und Ihre Assoziationsgeschwindigkeit zu erhöhen.
2. Mehrdeutigkeiten:
In den Anekdoten, die sich auf der Seite langsam sammeln, kommen häufig Mehrdeutigkeiten vor. Beobachten Sie Ihr Umfeld und suchen Sie nach diesen Mehrdeutungen in unserer Sprache. Damit sensibilisieren Sie sich für die Sprache und legen einen ersten Grundstock für die elegante Schlagfertigkeit. Achten Sie bewusst darauf, was so in der Zeitung steht oder was Sie auf Plakatwänden lesen. Dann werden Ihnen bald die Mehrdeutigkeiten »ins Auge stechen«.
Ich hörte heute Morgen den Begriff: »Mangelware« und hatte sofort zwei unterschiedliche Deutungen dafür parat. Welche fallen Ihnen ein?
Der Begriff stand übrigens an einer Reinigung.
Und was haben Sie gedacht?
Je mehr Sie sich damit beschäftigen, desto schneller wird Ihre Assoziation. Und Spaß macht es auch noch!
Ach ja, noch was: Kaufen Sie sich ein Anekdotenbuch (oder suchen Sie sich Anekdoten im Netz) und lesen Sie, was bedeutenden Menschen so zugeschrieben oder in den Mund gelegt wird. Wer sagt denn, dass wir alles selber erfinden müssen?
3. Schöne Formulierungen:
Je schöner Sie formulieren, umso besser treffen Ihre Aussagen.
Oder, wie Martin Walser einmal gesagt hat:
Auch Kränkungen wollen gelernt sein. Je freundlicher, desto tiefer trifft’s.
Schöne Formulierungen können Sie überall hören, wenn Sie »offenen Ohres« durch die Welt gehen. Im Fernsehen ist mir vor Kurzem folgendes aufgefallen:
Es sagte ein Passant auf die Frage eines Reporters zum Thema Politiker und Diätenerhöhung:
Die Unbefangenheit wird dadurch doch etwas in Frage gestellt.
Notieren Sie sich »merkwürdige« Sätze oder Wortkombinationen und Sie werden schon bald einen Fundus an Formulierungen haben, aus dem Sie schöpfen können.
Üben Sie täglich, Ihre Aussagen schön zu verpacken. Achten Sie auf Wörter, die Sie selbst (und auch andere) in Ihrer Emotion bestätigen oder Ihr Gefühl neutralisieren.
Testen Sie jetzt folgende Wörter auf deren Wirkung auf Ihr ganz persönliches Empfinden.
Ich bin wütend.
Ich bin irritiert.
Bemerken Sie den Unterschied? Entscheiden Sie selbst, inwieweit Sie sich Ihre Emotionen selbst erzeugen wollen.
Legen Sie sich ein Repertoire außergewöhnlicher Formulierungen zu.
Vor kurzem fragte mich eine Teilnehmerin im Seminar: »Muss man denn immer höflich und freundlich bleiben?«
Meine Antwort war: »Muss nicht, aber es wirkt viel besser. Und je schöner unsere Antwort formuliert ist, desto wirkungsvoller ist sie.«
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen:
Schöne Formulierungen!
Möchten Sie Ihre Schlagfertigkeit trainieren?
Möchten Sie ab sofort nie mehr um eine Antwort verlegen sein?
Kommen Sie zu einem Training.
Ich freue mich auf Sie.
Haben Sie Fragen?
Dann schicken Sie mir eine e-mail.